5. Preisträger: ARGE Fromm, Hähnig + Gemmeke
Erläuterungstext (Auszüge)
Auf der Grundlage des Leitmotivs "Das neue Neckarprivileg" ist das wichtigste Ziel die Entwicklung eines durchgängigen öffentlichen grünen Neckarufers entlang des Altneckars vom Wertwiesenpark im Süden bis zur Wiedereinmündung in den Kanalhafen im Norden. Dabei wird ein grüner Bogen aufgespannt von der Süd- zur Nordspitze der großen Neckarinsel.
In diese Grünstruktur eingebunden ist das Konzept der "privilegierten Orte", die Teil des "Neuen Neckarprivilegs" sind. Dabei sollen vorhandene und neu geschaffene hervorgehobene Bauwerke am Neckar durch eine hochwertige Architektur und Umfeldgestaltung die Identität des Neckargrünzugs mit prägen und seine städtebauliche Lesbarkeit verstärken.
Neckarbogen
Die Grünflächen am Neckar (Neckaruferpark) sind Teil des grünen Rückgrates und werden daher durch eine Baumreihe geprägt. Auf den großzügigen Rasen- und Wiesenflächen werden multifunktionale Aktions- und Kinderspielflächen angeboten. Ein Weg direkt am Neckar erhöht die Erlebbarkeit des Wassers.
Einen wichtigen Punkt stellt die Landspitze am Eingang der Marina dar, die als Platzsituation mit hoher Aufenthaltsqualität am Wasser konzipiert ist (Marinaeck).
Böckinger Bahnbogen
Eine zentrale Grünachse, in der auch der offen gelegte Wolfsgraben wieder in Richtung Neckarkanal verläuft, führt zur neuen Mitte von Böckingen. Die vorgeschlagene Bebauung nimmt die vorhandenen Wohngebäude entlang der Großgartacher Straße auf und fügt diese in neue Stadtquartiere am südlichen Ortsrand ein.
Theresienwiese/ Frankenstadion
Wichtigstes Ziel in diesem Bereich ist die Schaffung eines durchgehenden öffentlichen Ufersteifens am Neckarkanal in Verlängerung des Wertwiesenparks über die Theresienwiese bis zum Ost-West-Grünzug nördlich der Bahnunterführung.
Durch die Umlagerung der Rasenspielfelder im Frankenstadion kann ein großzügiger öffentlicher Grünzug mit Freizeitsportanlagen entlang des Kanalhafens angelegt werden.
Beurteilung des Preisgerichts (Auszüge)
Die Arbeit überzeugt im konzeptionellen Ansatz und ihrer ruhigen Grundhaltung für die Daueranlage. Baumstrukturen erzeugen eine gute räumliche Ordnung und erzeugen Orientierung. Sie unterstützen ein gut funktionierendes, sparsames Erschließungssystem, so dass sich alle Teilbereiche dieses momentan fragmentierten Stadtkörpers wieder miteinander verbinden können.
Der Vorschlag einer Fußgängerbrücke östlich des Bahnhofes wird als positiv beurteilt, endet aber leider bereits südlich des Ausstellungsgeländes, so dass eine zweite Fußgängerbrücke über die Westrandstraße notwendig wird.
Die Verfasser entwickeln zudem ein System aus so genannten "privilegierten Orten", die zum Teil Bestandssituationen wie die alte Reederei oder das HIP-Center aufgreifen und durch neue bauliche Schwerpunkte ergänzt werden. Diese erscheinen sinnvoll formuliert und gut verortet – wie beispielsweise ein BMX-Parcours im für sonstige Nutzungen unattraktiven Verkehrsauge südlich der Eisenbah-nergärten.
So sehr der Beitrag mit städtebaulich-freiraumplanerischem Blick überzeugt, so wenig kann sich das Preisgericht für die angebotenen tiefer gehenden Einblicke in die vorgeschlagene landschaftsarchi-tektonische Gestaltung der Daueranlagen und das Ausstellungskonzept erwärmen.
Der Marinaplatz, die Theresienwiese oder die Freiräume der Böckinger Mitte stellen sich als funktionierende, aber lediglich pragmatische Lösungen dar, die keine atmosphärischen Qualitäten generieren können.
Der Beitrag zur Gartenschau-Ausstellung erscheint sehr beliebig und übervoll an Formen, Farben und Angeboten. Offeriert wird ein Abarbeiten des üblichen Gartenschau-Repertoires ohne nachvollziehbare Struktur.
Nicht erkennbar ist eine Einbindung des Eisenbahnmuseums womit aus Sicht des Preisgerichtes eine Chance vertan wird.
Die Niederschrift zur Sitzung des Preisgerichts 2. Phase sowie die Wettbewerbsarbeiten finden Sie unter: Downloads.


